Schützenverein Pfannentaler Veitriedhausen e.V.

Veitriedhausen
 
 
Veitriedhausen liegt 4 km nordwestlich der Stadt Lauingen am Südrand eines Riedes, das sich an dem nordwestlich des Dorfes entspringenden Riedgraben gegen Osten hinzieht. Von diesem Ried haben die beiden Orte Veitriedhausen und Frauenriedhausen ihre Namen. "Riedhusen" bedeutet, zu den Häusern am Ried. Die ältesten Bodenfunde aus der Gemarkung gehören der Mittel- und Jungsteinzeit sowie der Keltenzeit an.
 
Es ist nahezu sicher, dass das Gebiet der beiden Riedhausen sicher dem alemannisch-fränkischen Besitz entstammt. Professor Rauschmayr schreibt über die Gründung der beiden Riedhausen: "Die Entstehung der beiden Dörfer fällt in die Zeit der großen Rodungsperiode vor dem Jahr 1000. Es ist geschichtlich nachgewiesen, dass die fuldaschen Neugründungen mit einer gewissen Vorliebe den Namen Hausen erhielten." R.H. Seitz weist in seinem Ortsnamensbuch für den Landkreis Dillingen darauf hin, dass die beiden Orte höchstwahrscheinlich von Gundelfingen aus angelegt wurden.
 
Die erste Urkunde, die Veitriedhausen namentlich nennt, stammt aus dem Jahre 1269. Darin wird bestätigt: Koster Medlingen tauscht vom Kloster Ellwangen Güter in Riethusen inferius (Unter-Riedhausen) gegen solche in Riethusen superius (Ober-Riedhausen).
 
Um 1310 verkaufte Wernher Schuvelen, Bürger zu Gundelfingen, an das Kloster Medlingen eine Hub zu "Riethusen da St. Vit Huswirt ist". Erstmals taucht hier der Name Veitriedhausen auf. Nachdem in Ellwangen seit der Wende vom 9./10. Jahrhundert der heilige Vitus besonders verehrt und dort auch das Patrozinium der Klosterkirche auf diesen Heiligen übertragen wurde, könnte der Ellwanger Grundbesitz Anlass für die Namensgebung gewesen sein.
 
Die Dorfgemeinschaft selbst hatte zu dieser Zeit nur sehr wenig Rechte, die Grundherrschaften bestimmten die Rechtsverhältnisse und bestanden auf Vorrechten.
 
Als 1539 die Stadt Lauingen die Hofmarkherrschaft erlangte, erstreckte sich ihr Machtbereich auf die Polizei und das Gericht. Sie stellte im Ort einen Untervogt. Das Dorf selbst hatte keinen Bürgermeister oder Amtmann. In den alten Aufzeichnungen ist die Rede von Vierern oder Viererleuten. Es waren dies vier Vertrauensmänner, welche die Flur, ihre Grenzen und Einrichtungen zu vertreten hatten. Erst 1772 wurde auf amtliche Verfügung hin ein Schultheiß aufgestellt, der bereits eine Gemeinderechnung führte. Ab 1778 ist der Titel "Bürgermeister" bekannt.
 
Im Jahre 1777 wurden die Pfalz-Neuburgischen Lande mit Bayern vereinigt. Dadurch erhielt die Lauinger Hofmarkherrlichkeit ihr Ende und die Hofmarkbauern konnten ihren Lehensgrundbesitz als Eigentum erwerben und selbständige Herren auf eigenem Grund und Boden werden. Dazu kam 25 Jahre später noch die Säkularisation, bei der fast allle kirchlichen Anstalten und Stiftungen Lauingens aufgehoben wurden, die Grundherren von Riedhauser Feld waren. Da der Besitz dieser säkularisierten Anstalten oft direkt verschleudert wurde, war es auch minderbemittelten Bauern und Söldnern möglich, sich zu selbständigen Besitzern ihres Feldes zu machen.
 
Die Bevölkerung der Gemeinde Veitriedhausen hat in den vergangenen Jahrhunderten sehr oft gewechselt, so dass kein bodenständiger Menschenschlag, keine einheitliche Mundart und keine althergebrachten Überlieferungen zu finden sind. Die Ernährungsquelle der Bevölkerung lag bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Landwirtschaft, später jedoch zunehmend in der Industrie.
 
Die bis zur Gebietsreform selbständige Gemeinde Veitriedhausen wurde am 01.05.1978 als Stadtteil der Stadt Lauingen eingegliedert.
 
(aus: "Ortschronik der Gemeinde Veitriedhausen" von Johann Frey, erhältlich im Bürgerbüro der Stadt Lauingen/Donau)